Zum Inhalt springen

Kandidatenzüge

Meine erste Schachstunde fing, wie jede andere auch, mit Taktikaufgaben an. Mein Schachlehrer fand es beeindruckend, dass ich als Super-Anfänger bereits bei der ersten Aufgabe systematisch nach

  • Schachzügen
  • Schlagzügen
  • Drohungen

Ausschau hielt. Es sagte dass dieses genau die richtige Methode sei, er leider erst viel später damit angefangen hat. Warum habe ich das gemacht? War es Intuition? Nein! Es liegt daran, dass ich Schach über viele YouTube-Kanäle gelernt habe und ein Kanal, The Big Greek, eine ganze Reihe über Kandidatenzüge gemacht hat.

Die sicher am ausgeprägteste Fähigkeit beim Schach ist die Variantenberechnung. Nichts anderes macht Stockfisch, wenn es anfängt den nächsten Zug zu berechnen. Nun ist eine Schachpartie endlich, irgendwann ist die Zeit zu Ende. Wir müssen also möglichst früh entscheiden, welche Variante wir berechnen wollen. Super, wenn wir sofort eine Taktik sehen, aber oft ist die Taktik nicht sofort sichtbar.

Deshalb ist es wichtig zunächst alle (!) Kandidaten zu bestimmen. Auch solche, die einem vielleicht erst einmal „komisch“ vorkommen. Wenn alle Kandidaten auf dem Tisch liegen, können die ausgeschlossen werden, die wirklich keinen Sinn machen.

Ein Beispiel aus einer Großmeister Partie:

Mit rotem Pfeil sind die Schach- und Schlagzüge markiert. Mit grün die Schachzüge. Wenn man sieben Kandidatenzüge schon in diesen Kategorien hat, dann brauch man keine weiteren zu rechnen wie Dxc6. In der Partie kam Txf8. Hier gab Schwarz auf denn nach SxF8 kommt Dxc6 mit der Gabel zum Turm. Tatsächlich gibt es hier aber auch ein Matt in 2. Dieses erkennt man nur, in dem man wirklich alle Züge rechnet, auch die, die vielleicht unsinnig erscheinen. Ich will hier gar nicht auflösen, knobelt mal ein wenig.

The Big Greek hat sechs Videos zu Kandidatenzügen gemacht, die will ich Euch aber auch nicht vorenthalten:

Viel Spaß beim Rechnen!

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.